Staudt setzt weiter auf Nachhaltigkeit

Gemeinderat beschließt ambitioniertes Klimaschutzpaket und berät über neue Energiekonzepte

08.07.2026


In seiner Sitzung am 25. Juni 2026 hat der Gemeinderat von Staudt wichtige Entscheidungen für die Zukunft der Gemeinde getroffen. Im Mittelpunkt standen dabei umfangreiche Maßnahmen zum Klimaschutz, die Modernisierung der Energieversorgung öffentlicher Gebäude sowie wichtige Informationen zur finanziellen Lage und laufenden Bauprojekten.

Großprojekt zum Klimaschutz

Möglicherweise 630.000 Euro für eine grüne Zukunft. Ein zentraler Punkt der Sitzung war die Teilnahme am Bundesprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“. Die Gemeinde plant ein umfassendes Maßnahmenpaket, das unter anderem den Aufbau eines nachhaltigen Wassermanagements, die Entsiegelung kommunaler Flächen und die ökologische Aufwertung von Grünflächen vorsieht.

Die Gesamtkosten werden auf 630.000 Euro geschätzt, wobei die Gemeinde auf eine Förderquote von bis zu 80 % als Grundlage für die vollständige Umsetzung hofft. Der Gemeinderat stimmte dem Förderantrag einstimmig zu und stellte die erforderlichen Eigenmittel in den Haushalten bis zum Jahr 2031 bereit. Ziel ist es, Staudt widerstandsfähiger gegen Hitzebelastungen zu machen und die biologische Vielfalt zu fördern.

Energiekonzepte für Kita und Rathaus

Die Gemeinde plant, die bestehenden Erdgasheizungen in der Kindertagesstätte und im Rathaus durch regenerative Systeme zu ersetzen.

Kita: Hier stehen eine Luft-Wärmepumpe und eine Sole-Wärmepumpe im Vergleich. Experten empfehlen aufgrund der längeren Lebensdauer und ökologischen Vorteile die Sole-Wärmepumpe, sofern die höheren Initialkosten tragbar sind.

Rathaus: Für das Rathaus und die angrenzende alte Kirche wird eine Pellet-Anlage favorisiert, da diese im Vergleich zu einer Wärmepumpe etwa 20 % günstiger und für die baulichen Gegebenheiten des Objekts besser geeignet ist. In Hinblick auf die erheblichen Investitionskosten auch nach dem Erhalt spezifischer Fördermittel bleibt hier entgegen der grundsätzlichen Haltung des Gemeinderates zur Umsetzung der best-nachhaltigen Lösungen die Frage eines Verbleibs beim fossilen Erdgas als Heizquelle zunächst offen.

Der Gemeinderat nahm die Vorstellung des beauftragten Planungsbüros zunächst zur Kenntnis und wird in den kommenden Sitzungen weiter beraten.

Finanzen und Dorfentwicklung

Trotz eines leichten Rückgangs bei der Gewerbesteuer steht die Gemeinde finanziell auf soliden Füßen. Die Liquidität betrug zum 15. Juni 2026 rund 3,95 Millionen Euro. Zudem erhielt die Gemeinde eine Dividende der EBM in Höhe von über 21.000 Euro für das Jahr 2025.

Auch bei den Infrastrukturprojekten gibt es Neuigkeiten:

Bergstraße: Der Baustart wird für August 2026 erwartet.

Fichtenweg: Die Arbeiten schreiten voran.

Sicherheit: Für den Bereich Sport- und Tennisplatz ist die Anschaffung eines Defibrillators im Gespräch.

Termine und Verschiedenes

Bürgerinnen und Bürger sollten sich zwei wichtige Termine im August merken: Am 15. August 2026 findet eine Katastrophenschutzübung statt und am 16. August 2026 wird der neue Landrat des Westerwaldkreises gewählt.

Zudem wurde im Rahmen der Einwohnerfragestunde nach den Mitteln für die Arbeitsgruppe „Biodiversität“ gefragt; die entsprechenden Informationen über die entsprechenden Mittel im Haushalt werden den Beteiligten zur Verfügung gestellt.

Das Einvernehmen für ein neues Wohnhausprojekt in zweiter Reihe („Auf dem Berg 10“) wurde ebenfalls einstimmig erteilt.

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