Streuobstwiesenpflege als wichtiges Element zur Erhaltung der Biodiversität – Arbeitsgruppe ist engagiert!
18.03.2026
Im vergangenen Jahr haben sich in Staudt, auf Einladung der Ortsgemeinde zahlreiche Interessierte zusammengefunden, um gemeinsam Aktivitäten im Sinne der Erhaltung und Verbesserung der Artenvielfalt zu initiieren. Ein wichtiger Partner war für die Arbeit von Beginn an die „Will und Liselott Masgeik-Stiftung aus Molsberg“. Diese Partnerschaft konnte nun, unterstützt durch den Nabu Hundsangen, weiter fortgeführt werden.
Die weite Ebene zwischen der Ortsgemeinde und dem Sportgelände ist seit jeher der zentrale Standort für die Anlage von „Obstgärten“ in der Gemeinde, weiß der Staudter „Dorfhistoriker“, Holger Keil zu berichten. Diese Flächen bieten mit den gegebenem Kleinklima einen idealen Standort für Obstbäume aller Art. Auch wenn die intensive Nutzung dieser Baumstandorte nur noch teilweise durch die Staudter Bevölkerung gegeben ist, findet sich heute immer noch eine große Baumanzahl, unterschiedlichster teilweise auch historischer Obstsorten in diesem Bereich der Gemeinde.
Im Rahmen der ökologischen Schwerpunktsetzungen der Gemeinde hat der Ortsgemeinderat daher den Erhalt dieser Flächen als wichtiges Ziel in den Blick genommen. Die Ortsgemeinde hat u.a. für die Pflege dieser und anderer Obstbaumbestände Mittel im kommunalen Haushalt vorgesehen.
Die Arbeitsgruppe Biodiversität unterstützt dieses Ziel der Ortsgemeinde und hat daher Aktivitäten rund um diese Streuobstwiesen entwickelt. Organisiert durch die Arbeitsgruppe konnte so gemeinsam mit der „Will und Liselott Masgeik-Stiftung aus Molsberg“ und dem „Nabu Hundsangen“ ein informativer und praktischer Kurs rund um die Streuobstwiesen und den Obstbaumschnitt gestaltet werden.
In einer Abendveranstaltung erläuterten beide Referenten Marcel Weidenfeller (NABU Hundsangen) und Philipp Schiefenhövel (Masgeik-Stiftung) zunächst Wissenswertes rund um die Funktion und den Erhalt von Streuobstbeständen. Die mehr als 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfuhren, wie die heutigen Streuobstsorten entstanden. Die verschiedenen Epochen des Streuobstanbaus mit der Blütezeit im 19. Jahrhundert und den Rückgängen seit Mitte des 20. Jahrhunderts wurden thematisiert. Die enorme Artenvielfalt der Streuobstwiesen wurde in zahlreichen Fotos von Tieren, Pflanzen und Obstsorten demonstriert. Weiter gingen die Referenten auf die verschiedenen Knospenformen von Obstgehölzen sowie deren Kronenformen ein und demonstrierte an mitgebrachten Zweigen von Apfel, Birne, Zwetschge, Walnuss, Mirabelle und Co, was beim Schnitt der verschiedenen Streuobstarten und zwischen Kern- und Steinobst zu beachten ist. So tragen die meisten Sorten von Sauerkirsche und Pfirsich z.B. nur am einjährigen Holz auch Früchte, was man bei der Pflege und dem Schnitt der Gehölze beachten muss.
Am nächsten Tag ging es dann bei winterlichen Temperaturen und schneebedeckten Wiesen an die Praxis. Die Entfernung von Parasiten, wie der Mistel wurde gemeinsam durchgeführt und junge, wie auch alte Obstbäume in der Folge fachgerecht im Sinne mit dem Ziel der Verjüngung der Bäum geschnitten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten somit nicht nur zum Erhalt der Staudter Streuobstbestände beitragen, sondern auch eine Menge praktischer Tipps und viele interessante Informationen rund um den Obstbaumschnitt mit nach Hause in den eigenen Garten genommen nehmen.
Die Aktivitäten der Arbeitsgruppe Biodiversität gehen weiter. Neben weiteren Schnitten, die abhängig von der Wetterentwicklung durchgeführt werden, hängt die Gruppe aktuell eine Vielzahl von Fledermauskästen in der Gemeinde auf. Für die Streuobstwiesen werden Steinkautz-Niströhren bestellt und Aktionen mit Schulklassen durchgeführt.
Für Ortsbürgermeister Sven Normann ist das Engagement der Gruppe beispielhaft für die Verbindung von bürgerschaftlichem Engagement und ökologischen Aktivitäten. Ich hoffe, dass wir es so schaffen, den landschaftsprägenden und ökologisch enorm wichtigen Beständen durch das tolle Engagement der Arbeitsgruppe Biodiversität eine Zukunft zu geben.
Die Arbeitsgruppe freut sich über weitere interessierte Mitwirkende. Der Kontakt zur Gruppe kann über den „Staudter DorfChat“ oder über eine Mail an info@staudt-gemeinde.de hergestellt werden.