Ortsgemeinde beabsichtigt die Pflege der Streuobstwiesen
21.01.2026
Bereits im 19. Jahrhundert haben Staudter Familien auf den sonnigen Wiesen südlich der Ortslage durch die Pflanzung von Obstbäumen auf ihren Grundstücken eine bis heute erhaltene Landschaftsstruktur geschaffen. Dienten die Bäume in der Vergangenheit der Nahrungsversorgung der Familien, so ist diese Funktion in den letzten Jahrzehnten immer mehr in den Hintergrund getreten.
Aktionen, wie die Kennzeichnung der Bäume im Rahmen der „Westerwälder Früchtchen“, sollten die Eigennutzung des Obstes wieder stärken. In den vergangenen Jahren hat die Ortsgemeinde durch Pflanzungen von Obstbäumen zudem versucht, die ursprüngliche Funktion der Flächen wieder zu stärken. Hierbei spielt nicht nur der Aspekt der Obsternte, sondern auch die ökologische Bedeutung der Streuobstwiesen eine wichtige Rolle.
Streuobstwiesen zeichnen sich durch ihre große ökologische Vielfalt aus und spielen eine entscheidende Rolle in der Erhaltung der Biodiversität. Diese Lebensräume bieten nicht nur eine Heimat für zahlreiche Pflanzenarten, sondern unterstützen auch eine Vielzahl von Tierarten, die auf diese speziellen Ökosysteme angewiesen sind. Die ökologische Vielfalt der Streuobstwiesen trägt maßgeblich zur Stabilität der Umwelt bei. Eine hohe Anzahl an Obstbäumen, Sträuchern und Wiesenpflanzen fördert die Biodiversität, indem sie verschiedene Nahrungsquellen und Lebensbedingungen schaffen. Die Wechselwirkungen zwischen den Arten in diesen Lebensräumen führen zu einem gesunden Ökosystem, das widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Veränderungen ist.
Die Ortsgemeinde hat sich gemeinsam mit der Staudter Projektgruppe Biodiversität nun der Aufgabe gestellt, die aktuell noch vorhandenen Baumbestände zu schützen und zu erhalten. Ein wichtiger Partner bei dieser Aufgabe ist die „Will und Liselott Masgeik-Stiftung für Natur- und Landschaftsschutz“ aus Molsberg. Gemeinsam mit dem dortigen Biologen Philipp Schiefenhövel wurde so ein Pflegekonzept für die Baumbestände erarbeitet.
Die Ortsgemeinde und die Projektgruppe sind sich dabei bewusst, dass sich die Wiesen vielfach in Privatbesitz befinden. In Hinblick auf die ökologische Bedeutung der Flächen, die der ganzen Ortsgemeinde dient, will man hier aber trotzdem tätig werden. Ziel ist es, die ortbildprägenden Streuobstwiesen dauerhaft zu erhalten.
Beginnend am 19. und 20. Februar 2026 soll daher auf den Flächen ein Baumschnittkurs und auch erste Pflegemaßnahmen stattfinden. Zu dem Baumschnittkurs werden die Projektgruppe Biodiversität und die Ortsgemeinde in den kommenden Wochen alle Bürgerinnen und Bürger einladen.
Grundstückseigentümer, die Einwände gegen die Pflege ihrer Bäume haben, werden gebeten diesbezüglich mit der Ortsgemeinde Kontakt aufzunehmen und dies mitzuteilen. Bitte informieren Sie auch gegebenenfalls nicht in Staudt lebende Grundstückseigentümer über die geplanten Maßnahmen.